FORUM 1
Vom Produkt zum Prozess

Nicht reproduzierbare Kunst im 21. Jahrhundert Kunst, vor allem die bildende Kunst, hat sich in den letzten Jahrzehnten von der Werkfixierung gelöst und ist offenes Kunstwerk (Umberto Eco) geworden. Das verlangt von den öffentlichen Kultureinrichtungen einen anderen Umgang mit Kunst. Sollen sich die Kunstmuseen z.B. stärker am Produktionsprozess "Kunst" denn am fertigen Werk orientieren? Ist ihr Auftrag zur Pflege des kulturellen Erbes nicht übergewichtig geworden gegenüber der Aufnahme und Präsentation von neuen künstlerischen Entwicklungen, die gegenwärtig stattfinden? Müssen die Verhältnisse zwischen KünstlerInnen, Markt und Museum neu gedacht werden? Am Kunstmarkt dominiert nach wie vor das Tafelbild. Ist die Kunst auf einem Irrweg, wenn sie sich immer mehr von den Bedingungen ihrer Produktverwertung entfernt? Und die Kulturpolitik? Hat sie den Willen und die Möglichkeit, neue künstlerische Entwicklungen aufzuzeigen und zu fördern?

Ort: Friedrich-Ebert-Stiftung

 

FORUM 2
Experiment statt Event?

Kunst in offenen Räumen Kulturelle Events gehören mittlerweile zum städtischen Alltag und stoßen auf breite Akzeptanz bei der Bevölkerung. Künstlerinnen und Künstler entdecken zunehmend die "Stadt als Bühne". Dadurch verändern sich die Produktions- orte und -weisen von Kunst. Experimentelles gerät bisweilen in die Defensive. Die traditionellen Kulturinstitute öffnen sich der neuen Entwicklung nur zögerlich. Was muss getan werden, um auch künstlerischen Experimenten mehr "Raum" zu geben? Wie müssen tradierte Kulturorte umgestaltet werden, um als geeignete Plattformen für neue Mischungen der Kunststile und -sparten dienen zu können? Können neue, offene Räume für Kunst geschaffen werden, in denen Experimente (wieder) möglich werden? Schließlich aber: Kann Kulturpolitik es sich überhaupt noch leisten, öffentliche Räume für das künstlerische Experiment zu schaffen, oder gerät sie immer mehr unter das "Diktat" einer Eventkultur?

Ort: Konrad-Adenauer-Stiftung